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XY-Info

XY rät: Hand drauf! - Tipps gegen "Skimming"

Handykameras hinter Abdeckleisten, Speicherchips in Tastaturen, Skimmer für Magnetkarten - der Osten hat technisch aufgerüstet. Aber nicht nur zum Guten. Kriminelle aus Osteuropa streifen durch Deutschland und nutzen ihr Know-how: Sie spionieren fremde Konten aus und räumen ab. Jahr für Jahr zig Millionen Euro. "Skimming" nennt man das. "Aktenzeichen XY... ungelöst" fahndete nach zwei Betrügern und zeigte, wie man sich vor ihnen schützt. 

Es wäre so einfach, sich vor den Betrügern zu schützen, doch kaum einer macht es: Beim Eingeben der PIN am Geldautomaten die Tastatur mit der freien Hand abdecken! Denn ohne die Geheimzahl sind "Skimming"-Betrüger aufgeschmissen.

"Skimming" (auf Deutsch: abschöpfen) ist eine Form von Betrug, bei der die Magnetstreifendaten von Kredit- und Debitkarten illegal ausgespäht werden. Die Täter montieren dazu spezielle Vorrichtungen an die Geldautomaten von Banken. Um etwa an die Geheimnummern (PINs) zu gelangen, bringen die Täter eine Leiste mit einer winzigen Kamera in der Nähe des Eingabefeldes an. 

Geldwerte Technik aus dem Osten 
Überdies tauschen sie die Lesegeräte an den Automaten aus, so dass die Kontodaten von den Magnetstreifen der Bankkarten ausgelesen und gespeichert werden, ohne dass der Kontoinhaber davon etwas merkt. 

Diese Daten kopieren sie auf leere Kartenrohlinge - so genannte "White Plastics" - mit denen sie an Automaten im Ausland Geld abheben können. Erst danach merken die betroffenen Bankkunden anhand des Kontostands, dass sie Opfer von "Skimming"-Betrügern geworden sind. 

Auch Tankstellen und Supermärkte betroffen 
Neuerdings werden auch Kartenlesegeräte an Tankstellen und in Supermärkten präpariert. Die Täter brechen außerhalb der Geschäftszeiten ein, ohne etwas zu stehlen. Sie haben es nur auf die Kundenterminals an den Kassen abgesehen, die sie mit präparierten Tastenfeldern versehen. Sobald ein Kunde dort mit seiner Bankkarte bezahlt, werden die Daten automatisch und völlig unbemerkt gespeichert. Später werden die Tasten wieder abgebaut - eine Sache von Sekunden, die sich sogar während der Öffnungszeiten erledigen lässt.

Nach Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei den Tätern überwiegend um organisierte Banden aus Rumänien und Bulgarien. Der Schaden, der jedes Jahr durch das "Skimming" entsteht, beläuft sich auf 40 bis 60 Millionen Euro. 

Wie kann man sich vor "Skimming" schützen? 
Wenn Sie im Besitz mehrere Zahlungskarten sind, sollten Sie den Türöffner einer Bank nicht mit derselben Karte betätigen, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten. 

Benutzen Sie nach Möglichkeit immer denselben Geldautomaten für Abhebungen, damit Sie Veränderungen schneller erkennen können. 

Schauen Sie sich den Geldautomaten jedes Mal genau an. Gibt es kleinere Unebenheiten, lockere Teile oder verdächtige Löcher in Abdeckungen? Nutzen Sie keinen Automaten, an denen Ihnen etwas Ungewöhnliches vorkommt. 

Geben Sie Ihre PIN immer nur verdeckt ein. Schirmen sie während der Eingabe der Geheimzahl die Tastatur stets mit der freien Hand oder mit dem Portemonaie ab. 

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, um im Ernstfall einen Schaden schnell melden zu können. 

Was tun, wenn man Opfer von "Skimming" geworden ist? 
Lassen Sie sofort ihre Bankkarte sperren - über Ihre Bank oder den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116! 

Informieren Sie sofort die Polizei und erstatten Sie Anzeige! 

Übrigens: Bei einem nachgewiesenen "Skimming"-Angriff bekommen Sie Ihr Geld von der Bank zurück.

Weitere Informationen und Fotos

Fotos: Polizei

06.06.2012  an / wel