Trauma Wohnungseinbruch
Angriff auf die Seele
"Wir dachten immer, das kann uns nicht passieren ...", so Petra und Jan W. aus Berlin. Und dann passierte es doch. Die Täter kamen während eines Wochenendurlaubs, räumten die halbe Wohnung leer. Alle Wertgegenstände weg, Schmuck, Fernseher, PC ... Besonders schmerzlich: die gestohlenen Erbstücke.
Dann neuer Ärger: Die Polizei kam erst nach drei Stunden. Sie nahm nicht einmal Fingerabdrücke. Die Versicherung beglich nur die Hälfte des Schadens und die "Freunde" machten sich darüber lustig. Zwei Tage nach dem Einbruch dann das Schlimmste: die psychischen Folgen, unter denen Petra und Jan heute noch zu leiden haben. Zwölf Monate danach!
Deutschlands Einbrecher stiegen 2010 über 120.000 Mal in fremde Wohnungen ein. Der Schaden, den sie dabei anrichteten, ist immens. Nach Schätzungen sogar höher als die Summe der Beute bei Banküberfällen!
Doch schwerer als die materiellen Schäden wiegen für die Betroffenen meist die psychischen Folgen. Jeder Einbruch hinterlässt solche Spuren. 70 Prozent der Einbruchsopfer sind davon betroffen. 20 bis 25 Prozent aller Opfer haben noch nach sechs Monaten psychische Störungen. In rund zehn Prozent der Fälle sind die Folgen sogar so gravierend, dass die Opfer ärztlicher Hilfe und Therapie bedürfen. Bei Einzelnen bleibt das Trauma ein Leben lang.
Jüngere Menschen bewältigen solche Belastungen leichter als ältere. Die Stärke der psychischen Reaktion auf einen Einbruch hängt natürlich auch von der Persönlichkeit des Opfers oder von bestimmten Tatumständen ab.
Wie die psychischen Folgen eines Einbruchs aussehen können, wie Sie damit umgehen und wie Sie anderen helfen können, die Opfer geworden sind, lesen Sie hier.
Autor: Marwig Altenbach
Foto: Aktenzeichen XY

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