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Fahndungen

Überfall im Post-Outfit - Polizei jagt Juwelenräuber

(XY vom 21. September 2011)
Jeden Tag stellen in Deutschland 52.000 Postboten 66 Millionen Briefsendungen zu. Die meisten Empfänger öffnen arglos die Tür, wenn sie den Briefträger im typischen Postboten-Outfit sehen. Diese Tatsache machen sich  Räuber immer öfter zunutze.

Donnerstag, 25. November 2010, gegen 9.30 Uhr. Wie jeden Morgen klingelt der Postbote an der Tür eines kleinen Juweliergeschäfts in der Essener Innenstadt. Der Inhaber öffnet die Tür - dann geht alles sehr schnell. Der Unbekannte in Postbotenuniform stürzt sich auf den Juwelier und bedroht ihn mit einer Schusswaffe. Schnell wird klar: Der Unbekannte ist keineswegs der Briefträger.

Kleiderwechsel
Der Räuber fesselt sein Opfer mit breitem, schwarzem Klebeband. Dann zerschlägt er sämtliche Vitrinen und raubt alle Schmuckstücke. Zwischendurch soll er den 70-Jährigen immer wieder brutal in den Bauch getreten und mit dem Tode bedroht haben.

Schließlich zieht sich der Täter in dem kleinen Verkaufsraum um. Die Überwachungskamera filmt, wie er die Postjacke auszieht und darunter eine helle Steppjacke zum Vorschein kommt. Die Post-Kappe tauscht er gegen einen Sonnenhut, den er aus seiner Tasche zieht. Dann flüchtet er. Das Opfer wird wenig später ins Krankenhaus gebracht. Der 70-Jährige hat innere Blutungen, die zum Glück nicht lebensgefährlich sind.

Neue Ansatzpunkte
Die Kripo ermittelt zunächst im Umfeld des Tatorts. Sie hofft, dass einer der Nachbarn irgendwas gesehen hat. Und tatsächlich: Ein Zeuge hat eine interessante Beobachtung gemacht. Er betreibt einen Laden mit Modeschmuck nur ein paar Meter vom Tatort entfernt. Wenige Tage vor dem Überfall fiel ihm in seinem Geschäft ein Mann auf, der sich auffällig benahm. Es schien, als würde er den Laden ausbaldowern.

Auf den Fotos der Überwachungskameras fallen die markanten Schuhe des Unbekannten auf. Es sind die gleichen, wie sie auch der Täter während des Überfalls trug. Sind der Mann aus dem Modeschmuck-Laden und der Räuber ein und dieselbe Person?

Weitere Fotos
Zunächst geraten die Ermittlungen ins Stocken. Doch dann - vier Monate nach der Tat -  meldet sich ein weiterer Juwelier aus Essen. Auch er glaubt, dass ein unbekannter Mann seinen Laden ausspioniert hat. Und wieder fallen die markanten Schuhe auf. Die Polizei fahndet jetzt nach dem Mann mit den auffälligen Schuhen.

Täterbeschreibung:
25-35 Jahre alt, 1,75-1,80 m groß, schlank, sportlich, vermutlicher Osteuropäer, sprach gebrochen Englisch. Tatkleidung: blau-gelbes Postcap, Sturmhaube, Post-Jacke, dunkle Handschuhe, blaue Jeans, auffällige, dunkle Sneakers mit großen, hellen Feldern. Er hatte eine dunkle Umhängetasche dabei.
Kleidung beim Verlassen des Tatorts: heller Sonnenhut, Sturmhaube, helle Jacke mit drei auffälligen, schwarzen Knöpfen, dunkle Handschuhe, blaue Jeans und die auffälligen Sneakers.

Geraubte Schmuckstücke:
- Armreif, 750er Gelbgold mit 31 Brillanten (0,95 Karat), ein Unikat;
- Ohrhänger, Motiv: Mond und Sterne, 750er Gelbgold mit 10 Brillanten (0,56 Karat);
-  Halsschmuck mit Opal-Navette aus 585er Gelbgold (Unikat);
- Brosche, 750er Gelbgold, fünf hochfeine Opalblüten und Blätter, 0,26 Karat Brillanten;
- Damenring, Gelb- und Weißgold, ein Diamant-Emerald (1,77 Karat).

Suche nach Zeugen:
Die Polizei sucht einen bestimmten Zeugen, der während der Tat an dem Geschäft vorbeigegangen ist. Es handelt sich um einen Geschäftsmann im Anzug, der einen Aktenkoffer dabei hatte. Die Kripo bittet diesen Mann, sich  zu melden.

Fragen nach weiteren Zeugen:
- Wer hat am Morgen des 25. November 2010, zwischen 9.30 und 10 Uhr Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
- Wo gibt es ähnlich gelagerte Fälle - vielleicht auch in Essen oder Umgebung?

Zuständig: Kripo Essen, Tel: 0201 / 82 90