Hinweis an die Redaktion Artikel Empfehlen Artikel Drucken

Fahndungen

Die Tote von der Autobahn - Deutsch-holländischer Mordfall von 1976

(XY vom 5. September 2012)
1976 wird auf dem Autobahnparkplatz "De Heul" an der A 12 in den Niederlanden die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um ein Mädchen handeln könnte, das im Jahr zuvor aus Bilthoven von zu Hause weggelaufen war.

Doch eine Abweichung im Zahnstatus lässt die Experten zweifeln. Die sterblichen Überreste des Opfers werden in einem namenlosen Grab in Maarl beerdigt. Zehn Jahre später, 1986, wird der Mordfall noch einmal aufgerollt. Ein Anthropologe kommt nun nach intensiven Untersuchungen zu einem anderen Ergebnis. Das Opfer sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit doch das Mädchen aus Bilthoven.

Name auf Grabstein 
Der Grabstein bekommt einen Namen, doch der Mord bleibt ungeklärt. Weitere 19 Jahre später, im Jahr 2005, meldet sich das vermeintliche Mordopfer plötzlich per E-Mail bei seiner Schwester. Das Mädchen - inzwischen Mitte 40 - hatte sich nach Deutschland abgesetzt und sich dort eine neue Identität aufgebaut.

Doch damit hat das Mordopfer vom Autobahnparkplatz erneut seinen Namen verloren. Die Polizei gibt eine Weichteilrekonstruktion des Gesichts in Auftrag und geht damit  an die Öffentlichkeit. Tatsächlich ergeben sich zwei neue Spuren. Beide führen nach Deutschland. Ein unbekannter Fahrgast erzählt einem Taxifahrer, dass er das Mordopfer gekannt habe und dass es aus Essen stamme.

Zeugen melden sich 
Ein anderer Zeuge erinnert sich, im Sommer 1976 in der Nähe von Utrecht am Autobahnkreuz Oudenrijn ein Anhalterpärchen mitgenommen zu haben. Die Frau habe dem Mordopfer sehr ähnlich gesehen. Das Pärchen habe Deutsch gesprochen und sich gestritten. Auf der A12 seien sie Richtung Deutschland mitgefahren, bis zur Ausfahrt Maarsbergen - nur wenige hundert Meter von dem späteren Fundort der Leiche entfernt. Der Fahrer habe den jungen Leuten noch ein Motel in der Nähe empfohlen. Ob sie dort übernachtet haben, ist unklar.

Personenbeschreibungen: 
Aufgrund des Ergebnisses der Gesichtsweichteilrekonstruktion dürfte das Opfer 1975/1976 etwa 18 Jahre alt gewesen sein, etwa 1,60 m groß, schlank, lange, glatte kastanienbraune Haare. Die junge Frau hatte ein schmales Kinn, vermutlich eine auffällige Nase und ein gutes Gebiss. Rechts unten fehlte jedoch ein Backenzahn.

Der Mann, der 1976 mit einer jungen Frau als Anhalter unterwegs war, soll damals 30 bis 35 Jahre alt gewesen sein, dunkles Haar, gut gekleidet - weißes Hemd, dunkles Sakko. Der Zeuge beschrieb ihn als „slawischen Typ“. Die Frau rauchte Zigaretten der Marke Peter Stuyvesant. Die beiden sollen sich gestritten haben, weil die Frau nach Deutschland zurück wollte, der Mann aber offenbar nicht. Beide könnten in den Niederlanden in der Gastronomie gearbeitet haben, möglicherweise in Scheveningen bei Den Haag.

Fragen nach Zeugen: 
-  Wer kann etwas zur Identität des Mordopfers sagen? 
-  Wer waren die beiden Anhalter, die von dem Zeugen im Sommer 1976 mitgenommen wurden? 

Zuständig: Polizei Utrecht, Telefon 0031 - 79 / 345 98 76